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die Jahreskreisfeste

Die Feste im Kreis des Jahres

Schon immer waren das Wetter im Allgemeinen, die Jahreszeiten im Besonderen und damit der Stand der Gestirne von ausschlaggebender Bedeutung für den Anbau und die Gewinnung von Nahrung, wie auch für viele andere Vorhaben. Die Menschen haben daher die Bewegung von Sonne, Mond und Sternen seit Urzeiten genau beobachtet. Hier sei als ein Beispiel aus der Region auf das rund 7000 Jahre alte Sonnenobservatorium von Goseck in Sachsen-Anhalt hingewiesen, wo sich heute wieder Menschen versammeln, um die Sommer- bzw. Wintersonnenwende zu erleben.

Es ist anzunehmen, dass mit besonderen Himmelskonstellationen seit den ältesten Zeiten auch Rituale und Feste verknüpft wurden. Das Bedürfnis, das Leben der Gemeinschaft und manchmal auch des Einzelnen durch rituelle Feiern mit den himmlischen Konstellationen in Verbindung zu bringen und dadurch einen bedeutungsvollen Bezug herzustellen, ist in allen Kulturen erkennbar.

Trotz aller Veränderung unserer Lebensumstände seit der Keltenzeit ist und bleibt die tägliche Dauer des natürlichen Lichts ein wesentlicher Faktor für unser Befinden. Daher haben manche der vorchristlichen Bräuche auf der nördlichen Halbkugel insbesondere in Skandinavien, im Baltikum und in Irland bis in unsere Zeit überlebt (Winteraustreiben, Oster- und Sonnenwendfeuer, Halloween etc.). Die neuheidnische Bewegung hat sich, als sie sich auf die alten Feste besann, besonders auf die keltischen Traditionen Irlands bezogen. Es war naheliegend, auch die Verehrung der Göttin wieder mit den Etappen des Jahreskreises zu verbinden. Ganz praktisch bieten die 8 Feste im Abstand von jeweils rund 6 Wochen einen geeigneten Jahresrhythmus, um mit Gleichgesinnten zusammenzukommen. In vielen Zentren der Fellowship of Isis werden zu den (keltischen) Jahreskreisfesten Rituale gefeiert – die allerdings durchaus nicht aus dem keltischen Kulturkreis stammen müssen.

Neben den Jahreskreisfesten sind Vollmond und Neumond ebenfalls beliebte Anlässe für regelmäßige Rituale und Zusammenkünfte. Neumond ist immer ein günstiger Zeitpunkt, wenn es darum geht, etwas Neues auf die Schiene zu setzen, etwas ins Rollen zu bringen. Vollmond dagegen eignet sich zum Innehalten, zum Betrachten dessen, was erreicht wurde und zum Nachdenken über die Konsequenzen.

Der keltische Jahreskreis und seine Feste

Jahreskreisfeste
der keltische Jahreskreis

Der keltische Jahreskreis beginnt traditionell im Spätherbst mit dem Hochfest Samhain. Samhain: 31. Okt./1. Nov., ist  auch als Allerheiligen und Halloween bekannt. Es liegt auf halbem Wege zwischen der Tagundnachtgleiche des Herbstes und der Wintersonnenwende. Die winterliche Jahreshälfte beginnt, die Dunkelheit nimmt zu. Es ist Zeit zur Ruhe zu kommen, in die Dunkelheit einzutauchen, der Toten zu gedenken und Bilanz zu ziehen. Es ist Zeit Dinge ruhen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass sie sich entfalten werden.

Seit dieses Fest von der Unterhaltungsindustrie entdeckt wurde, ist sein eigentlicher Charakter als Toten- und Ahnenfest nicht mehr so einfach zu erkennen.

Yul: 21. Dezember, Wintersonnenwende, der kürzeste Tag und dementsprechend die längste Nacht des Jahres; die Sonne hat ihren tiefsten Stand erreicht. Die Wiedergeburt des Lichts, des Sonnengotts, hoffen auf mehr Licht und Wärme.
Nach der babylonischen Tradition wird jetzt der Ziegenfisch (Steinbock) den Schutz der schwachen Sonne übernehmen und sie sicher in Richtung der Frühjahrstagundnachtgleiche geleiten.

Imbolc: 2. Februar, auch als Lichtmess bekannt. Imbolc liegt auf halbem Wege zwischen der Wintersonnenwende und der Tagundnachtgleiche des Frühjahrs; die Tage werden sichtbar länger, der Frühling rückt näher. Zu dieser Zeit wurde traditionell der Kerzenvorrat des Jahres gesegnet und das Herdfeuer neu entfacht. Das Fest ist eng verbunden mit der keltischen Göttin Brighid, der das Herdfeuer heilig ist unddie später als die katholische St. Brigid verehrt wurde.

Ostara: 21. März, Tagundnachtgleiche (Equinoxien) des Frühjahrs. Ein eher etwas blasses Fest, wenn auch die vom Hasen gelegten Ostereier auf viiiiiel Fruchtbarkeit hinweisen. Es ist nach der Frühlingsgöttin Ostara benannt, zu der aber keine besonderen Mythen überliefert sind.
Weil Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit z. Zt. der Equinoxien sich im Gleichgewicht befinden, ist dies ein beliebter Termin für  Weihen, Ordinationen und ähnliche Ereignisse von bleibender Bedeutung. So wurde z. B. die FOI an den Frühjahrsequinoxien 1976 gegründet.

Beltane: 30. April/ 1. Mai, Hochfest auf halbem Wege zwischen der Tagundnachtgleiche des Frühjahrs und der Sommersonnenwende; es liegt im Kreis des Jahres Samhain gegenüber. Die sommerliche Jahreshälfte beginnt, die Sonne hat jetzt viel Kraft. Aufbruch, Aktivität, Spaß und Optimismus, Sex und Fruchtbarkeit liegen in der Luft.
Die Nacht vor dem 1. Mai ist auch als ´Walpurgisnacht` bekannt; Goethe hat den alten, christlich geprägten Volksglauben, dass sich die Hexen in jener Nacht mit dem Teufel auf dem Brocken treffen, vor dem Vergessen bewahrt.

Litha: 21. Juni, Mittsommer, längster Tag und dementsprechend kürzeste Nacht des Jahres, die Sonne erreicht ihren höchsten Stand. Sommer, Optimismus und Aktivität, Genuss und Freude, Hoffen auf eine gute Ernte prägen den Charakter dieses Festes.

Lughnasad, Lammas: 1. August, die Sonne ist jetzt auf halbem Weg zwischen der Sommersonnenwende und den Herbstequinoxien. Lammas ist der (leichter auszusprechende) anglisierte Name des Festes, keltisch Gälisch heißt auf  Lughnasad, unschwer zu erkennen ist,  dass der Name des keltischen Sonnengotts, Lugh, darin vorkommt.

Es ist das erste Erntefest des Jahres, der Übergang zum Herbst beginnt, die Tage sind noch warm, aber sie werden schon sichtbar kürzer. Dankbarkeit für die erste Ernte, Hoffnung auf mehr, Freude am Sommer…, doch ein bisschen Melancholie und Abschied schwingen schon mit.

Mabon: 21. September, Tagundnachtgleiche des Herbstes. Es ist das eigentliche Erntefest, Dankbarkeit und Freude über das Erreichte prägen es.
Es ist ebenso wie die Frühjahrs-Equinoxien ein beliebter Termin für Weihen, Ordinationen und ähnliche Vorhaben.

Und wieder Samhain, der Kreis eines neuen Jahres beginnt.

 

Imperium der Götter

Das Badische Landesmuseum im Schloss Karlsruhe zeigt z. Zt. eine Ausstellung mit dem ungewöhnlichen Titel „Imperium der Götter. Isis, Mithras, Christus“. Christus auf Augenhöhe mit zwei anderen Gottheiten!? Und die erstgenannte Gottheit ist dann auch noch eine Göttin! Nicht allen wird das gefallen.

Im  Imperium Romanum, das einst fast die gesamte bekannte Welt umspannte, durfte jeder nach seiner Facon selig werden, vorausgesetzt man erwies den römischen Staatsgottheiten den nötigen Respekt. Für Menschen mit polytheistischem Weltbild war das nicht so schwierig, erst für die Christen zog diese Anforderung die bekannten gefährlichen Folgen nach sich.

Die Ausstellung „Imperium der Götter. Isis, Mithras, Christus“ stellt drei in der Spätantike gleichermaßen populäre Kulte vor, die sich im gesamten Römischen Imperium verbreiteten, alle drei orientalischen Ursprungs waren und alle drei die Möglichkeit in sich trugen, zur Weltreligion aufzusteigen.- Die Ausstellung ist bis zum 18. Mai 2014 in Karlsruhe zu sehen. Begleitend zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen.

Siehe auch DIE WELT:
http://www.welt.de/geschichte/article122758313/Das-antike-Rom-stand-auf-orgiastische-Goetter.html?wtmc=google.editorspick?wtmc%3Dgoogle.editorspick&google_editors_picks=true

und die Seite des Badischen Landesmuseums:
http://www.landesmuseum.de/website/Deutsch/Sonderausstellungen/Rueckblick/2014/Imperium_der_Goetter.htm