FAQ

 Nach den folgenden Begriffen wird häufig gefragt,
hier sind sie aus der Perspektive des Iseums mit dem Ziegenfisch kurz umrissen.

´The Divine Feminine` oder auch ´Sacred Feminine`
bezeichnet die Summe alles Weiblichen in seiner Heiligkeit wie sie sich in den Göttinnen selbst manifestiert und durch den göttlichen Funken auch in allen Wesenheiten.
Es fällt schwer einen deutschen Begriff dafür zu bilden, der kurz und auf den Punkt gebracht ist, wie der englische.
Das YouTube-Video ´Heart of the Goddess` von Irene Young (2009) illustriert sehr schön, um was es geht. (Und weil das Laden des Videos manchmal so seine Tücken hat, hier der link: https://www.youtube.com/watch?v=zD_6ywDFr5g&t=138s)

Wo das Divine Feminine geehrt wird, ist es ziemich wahrscheinlich, dass auch die Religionsausübung nicht allein in männlicher Hand liegt.
Siehe dazu auch: Parlament der Relgionen der Welt.

Druid Clan of Dana
keltisches KreuzDer Dana-Clan wurde 1992 von Olivia Robertson und ihrem Bruder Lawrence Durdin-Robertson als eine Tochtergesellschaft innerhalb der Fellowship of Isis gegründet. Der Name lässt vermuten, dass sich der DCD in erster Linie der Pflege der keltischen Tradition widmet; tatsächlich jedoch ist sein Ziel „to develop nature´s psychic gifts,“ also die naturgegebenen außersinnlichen Gaben des Menschen zu pflegen. Man könnte also vielleicht sagen, dass der Dana Clan im Geist der kletischen Druiden-Tradition arbeitet.

Fellowship of Isis
Die ägyptische Göttin Isis ist die Namensgeberin und Schirmherrin der Fellowship. Die FOI steht als internationale spirituelle Bewegung Menschen aller Religionen und spirituellen Traditionen offen. Manche Mitglieder sind in die großen Weltreligionen eingebunden, viele pflegen naturreligiöse,schamanische, keltische, ägyptische und/oder andere Traditionen aus ihren Heimatländern. Die FOI ist also nicht  ausschließlich am Isis-Kult orientiert.
Sie bekennt sich ausdrücklich zu den Grundwerten von Liebe, Schönheit und Wahrheit. Ihr spezifisches Anliegen ist die Rückbesinnung und das Hervorheben der weiblichen Aspekte (Divine Feminine) in allen Überlieferungen sowie in der rituellen Praxis.

Clonegal Castle
© E. Natter

Die FOI wurde 1976 in Irland von Lawrence Durdin-Robertson, Autor und Pfarrer der Church of England, seiner Frau Pamela und seiner Schwester, der Malerin und Schriftstellerin Olivia Robertson gegründet. Schwerpunkte sind  heute in Irland und in USA. Verlässliche Schätzungen über die Mitgliederzahl sind schwierig, weil die FOI keine Mitgliedsbeiträge erhebt. Sie lebt durch das freiwillige Engagement, die spirituelle Verbundenheit und Verantwortungsbereitschaft ihrer Mitglieder und Zentren, der Iseen, Lyceen und Haine. Der Schlüssel zum inneren Verständnis der FOI liegt in ihrer Liturgie, weniger in ihrer formalen Struktur.     siehe auch links zur FOI

Iseum
Das Wort ´Iseum` ist von Isis abgeleitet, es meint aber den Tempel, den Schrein, das Herdfeuer einer Göttin, es muss nicht Isis sein . Die Iseen machen den größten Teil der lokalen Zentren in der Fellowship aus, sie tragen im wesentlichen die Spiritualität der FOI.
Jedes Iseum ist ein selbstständiges Zentrum, das bei der FOI eingetragen ist. Wer ein Iseum gründet, bekennt sich zu den Grundsätzen des Manifests, hat längere Zeit in einem aktiven Zentrum der FOI mitgearbeitet und hat dort Einweihungen erhalten. Das Mutter-Iseum bürgt für die Neugründung.
Im juristischen Sinne ist die Fellowship of Isis nicht für die einzelnen Iseen verantwortlich, sie hat keine Weisungsbefugnis ihnen gegenüber, Differenzen werden im Gespräch geklärt. Im äußersten Fall ist ein Ausschluss möglich.
Siehe auch Isis-Kult in der Antike.

Jahreskreisfeste
Pagane Gruppen in Europa und Amerika beziehen sich meist auf die 8 Jahreskreisfeste nach der keltischen Tradition und benutzen oft auch deren gälische Namen.
Die Feste liegen zu den Tagundnachtgleichen des Frühjahrs und des Herbstes, den  beiden Sonnenwenden und jeweils in der Mitte zwischen diesen 4 kosmischen Ereignissen; die Feste strukturieren das liturgische Jahr.  mehr lesen

Lyceum
Ein Lyceum ist in der FOI ein Ort des Lernens; der Begriff ist von ´Lykeion`, einer Bildungsstätte im alten Athen, abgeleitet. Ein Lyceum geht aus einem Iseum hervor, wenn dessen Gründer/in  nach mehreren Jahren der praktischen Arbeit und des Lernens die Hierophantenweihe erhalten hat und nun auf der Grundlage des Manifests und der Liturgie ein eigenes strukturiertes Lern- und Einweihungsprogramm entwickelt.
Die Vielzahl der so erprobten Erfahrungswege trägt maßgeblich zur lebendigen Gestaltung zeitgemäßer Göttinnenspiritualität bei.

Manifest der FOI
Fellowship SchriftzugDie gemeinsame Plattform aller in der Fellowship of Isis ist das sog. Manifest, ansonsten kann die spirituelle Ausrichtung der einzelnen Mitglieder ziemlich unterschiedlich sein. Das Manifest betont die Gleichberechtigung aller und die Gewissensfreiheit des einzelnen, Gelübde und Verpflichtungen zur Geheimhaltung werden ausdrücklich abgelehnt. Neben den Kardinaltugenden Liebe, Schönheit und Wahrheit betont es die Achtung vor allen Lebewesen und den Schutz von Natur  und Umwelt. Oberstes Ziel der Fellowship ist die Besinnung auf das Divine Feminine.
Zum Manifest

Matriarchat und FOI
Die Fellowship of Isis wird von vielen als feministisch oder matriarchal wahrgenommen.
Divine FeminineLaut Manifest tritt die FOI nach Jahrhunderten des Patriarchats wieder für die Verehrung der Göttin als Mutter aller Wesen ein, der Gott wird jedoch an der Seite der Göttin,  nicht aber allein, ebenfalls verehrt.
Die weiblichen Aspekte des Göttlichen (Divine Feminine) werden betont, damit weibliche und männliche Energien wieder ins Gleichgewicht kommen können.
Dementsprechend sind Männer und Frauen in der FOI gleich gestellt und haben gleichen Zugang zu allen Graden, Ämtern und Einweihungen.

Mitglied in der FOI werden
Mitglied der FOI kann werden, wer volljährig ist und  dem Manifest zustimmt. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und kann jederzeit ohne Begründung widerrufen werden.
mehr lesen
Der Beitritt ist über die beiden großen Websites der FOI möglich, bei Fragen kontaktiere bitte das Iseum Ziegenfisch!
http://www.fellowshipofisis.com/joinform.html   
und / oder
https://sites.google.com/site/fellowshipofisiscentral/fellowship-of-isis—registration-policies-and-guidelines

Paganismus, auch Neopaganismus
Paganismus ist die lateinische Bezeichnung für Heidentum, Neo-Paganismus dementsprechend für Neu-Heidentum.
SteineZum Neopaganismus werden religiöse und kulturelle Strömungen gerechnet, die sich vor allem auf antike, fernöstliche oder keltische, germanische, slawische oder andere ethnische Religionen beziehen. Sie alle weisen stark synkretistische Züge auf und sie verbinden mehr oder weniger stark die Bemühung um die Rekonstruktion alter Riten anhand der historischen Quellen mit neuen, zeitgenössischen Impulsen.
Großer Wert wird auf individuelle Entfaltungsfreiheit und  direkten spirituellen Kontakt zum Göttlichen gelegt. Außerdem ist man in der Szene in aller Regel sensibel für Themen der Ökologie und Friedenspolitikmehr lesen

Das Parlament der Religionen der Welt in Chicago 1993
war für die FOI ein bedeutsames Ereignis, zum einen weil Olivia Robertson zu den ganz wenigen Frauen gehörte, die an diesem Event aktiv mitwirkten, zum anderen
weil von Olivias Besuch in Chicago die Impulse für das rasante Anwachsen der Fellowship in USA ausgingen. lesen

Polytheismus und Monotheismus
Isis hinter Blättern
Die Fellowship of Isis bezieht sich gern auf Lucius Apuleius (124 – 180 n. Chr.). Der Priester der Isis und des Osiris spricht von den Gottheiten aller Kulturen, die letztlich auch als Eine Gottheit verstanden werden können, Eine, die viele Gesichter, viele Aspekte, viele Namen und beide Geschlechter in sich vereinigt.
Der diametrale oder doch nur graduelle Unterschied zwischen Monotheismus und Polytheismus erhitzt pagane Gemüter nicht, geht es hier doch allen gelehrten Debatten  zum Trotz um ein Mysterium. mehr lesen

Priesterinnen und Priester
RegenbogenEin Funke des Göttlichen, eine Ahnung von Transzendenz ist in jedem Menschen vorhanden und jeder kann entscheiden, ob er / sie diese Anlage pflegen möchte. Es gibt dafür unzählige spirituelle Lehren und Wege, einer besteht in einer engeren Verbindung mit der Göttin.  Wer sich genau dazu hingezogen fühlt, kann nach längerer spiritueller Arbeit in einem aktiven Zentrum die Weihe der Priesterschaft in der FOI empfangen – und wird feststellen, dass  die  spirituelle Arbeit danach endlos weitergeht.
Das Manifest der FOI betont ausdrücklich, dass alle Mitglieder gleich sind, unabhängig davon, ob sie gar keinen oder einen oder viele der wohlklingenden Titel der FOI inne haben oder nicht.  mehr lesen
Der Ordnung halber sei noch angemerkt, dass die Priesterschaft in der FOI mit keiner  staatlichen Anerkennung verbunden ist.

Rechtsextremismus und Neuheidentum
Die Vermutung, dass es eine Verbindung zwischen Rechtsextremismus und Neuheidentum gäbe, wird immer mal wieder geäußert, wenn auch meist etwas verdeckt.
Nach allem was wir über die Szene wissen, versuchen Rechtsextremisten und Rechtspopulisten heute kaum noch germanische Spiritualität für sich zu vereinnahmen. Das Lebensgefühl ist eher säkular wie bei der großen Mehrzahl der übrigen Bewohner dieses Landes auch, und der Wunsch nach rituellen Handlungen geht kaum über den Flaggenappell hinaus, auch wenn weiterhin das eine oder andere Runenzeichen als stylisches Symbol Verwendung findet.

Die meisten der primär religiösen neogermanischen Gemeinschaften wiederum orientieren sich spätestens seit den 90er Jahren immer weniger bzw. nicht mehr an völkischem und ariosophischem Gedankengut, viele grenzen sich sogar scharf davon ab. Ethnische Zugangsbeschränkungen entfallen. Außerdem kommt es zu einer Reihe von Neugründungen. Das Augenmerk richtet sich jetzt mehr auf die Entwicklungen in Skandinavien, Großbritannien und den USA. Auch werden keltische und schamanische Traditionen und Denkmuster aus dem Bereich der Esoterik in die Glaubensinhalte einbezogen. Das Engagement in ökologischen Fragen spielt jetzt eine wichtige Rolle, viele Gruppen verstehen ihren Glauben als Naturreligion. Die Hierarchien innerhalb der Gemeinschaften werden flacher, die Rituale offener.
siehe dazu:

Stefan Glaser, Thomas Pfeiffer (Hg.): Erlebniswelt Rechtsextremismus, 2007
Miro Jennerjahn: Neue Rechte und Heidentum, 2006
Ann-Laurance Maréchal: Konstruktions- und Ausdifferenzierungsprozesse neugermanisch-heidnischer Religiosität. In: Dorothea Lüddeckens und Rafael Walthert (HG.): Fluide Religion, 2010, S, 189 ff.
Rabenclan e.V.: Pressemitteilung vom Deutschen Evangelischen Kirchentag 2013: Ideologische Basis von Neuheidentum umstritten. http://www.rabenclan.de/index.php/ExterneBerichte/PM34DeutscherKirchentag
Zm Verhältnis von Neuheidentum und Nationalsozialismus in der Vergangenheit siehe hier.

Ritual, Liturgie und Mysterienspiel
Ritual Chicago 2010Im Laufe ihres langen Lebens hat Olivia Robertson ein spirituelles Werk geschaffen, das sich in 21 Booklets mit oft 8 und mehr einzelnen Liturgien gliedert. Siehe dazu auch die Links zur FOI.
Die Begriffe ´Ritual` und `Liturgie` werden in der FOI gleichbedeutend verwendet. In viele der Rituale ist anknüpfend an die Tradition der Antike ein Mysterienspiel eingebunden.

In der Liturgie liegt die eigentliche Essenz der Fellowship. Die einzelnen Rituale bieten vielerlei Zugänge für die eigene spirituelle Erfahrung und Entwicklung und  sie können zum Erlangen bestimmter Grade in der FOI genutzt werden.   mehr lesen

alternative Spiritualität in der Gesellschaft
REMID, der Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst e.V., stellt
in seiner umfassenden Erhebung zu den Religionsgemeinschaften in Deutschland für  2016 fest: „Der Bereich “Neue Religionen / Esoterik” ist mit einer Millionen Anhängern eher eng gefasst und bezieht sich auf organisierte Gemeinschaften bzw. Menschen mit engeren Bindungen an eine einzelne Strömung.
Zu bedenken ist, dass insbesondere im Bereich alternativer Spiritualität ein hohes Maß an Fluktuation und losen Bindungen zu beobachten ist. Nimmt man diese Art von Religiosität / Spiritualität hinzu, beläuft sich die Anhängerschaft alternativer religiöser Angebote auf ca. zwei bis drei Millionen Menschen, ohne dass hier eine organisatorisch fassbare Größe benannt wäre.“
Und zum Mainstream sagt REMID:  „In den westlichen Bundesländern sind weiterhin knapp 75 Prozent der Menschen Mitglied in der evangelischen oder katholischen Kirche, während in den sog. neuen Bundesländern der Anteil auf unter 20 Prozent geschrumpft ist.“
Beide Zitate sind dem Abschnitt „Religionspluralismus“ entnommen:     http://remid.de/info_zahlen_grafik/
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der Ziegenfisch
Der Ziegenfisch hat den Kopf und die Vorderbeine einer Ziege und den Körper eines Fischs, er ist eines der mysteriösen Wesen, die im Palast des sumerischen Gotts Enki leben.

Ziegenfisch modern
© Gavin White

Ab ca. 2100 v. Chr. ist der Ziegenfisch, oft zusammen mit Enki, auf Abbildungen und Rollsiegeln zu finden. – Sein Aussehen blieb das ganze Altertum hindurch etwa gleich.
Enkis Ziegenfisch kommt außerdem im Tierkreis der Babylonier vor. Nach ihm war die  Konstellation benannt, die  wir heute als Steinbock kennen. Dieser Namen kommt von den Griechen, doch bis in die Zeit der Renaissance blieb ´Ziegenfisch` neben ´Steinbock` gebräuchlich.
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