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Gäste sind im Iseum willkommen, doch wer kontinuierlich dabei sein möchte, sollte sich auch zu den Grundsätzen der Fellowship of Isis bekennen.
Mitglied der FOI kann werden, wer volljährig ist und  dem Manifest zustimmt. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und kann jederzeit ohne Begründung widerrufen werden.

Der Beitritt ist über die beiden großen Websites der FOI möglich, bei Fragen kontaktiere bitte das Iseum Ziegenfisch! http://www.fellowshipofisis.com/joinform.html   
und / oder
https://sites.google.com/site/fellowshipofisiscentral/fellowship-of-isis—registration-policies-and-guidelines

Die Fellowship of Isis bietet all jenen ein Dach, die sich von der Göttinnenspiritualität angegezogen fühlen, die Ritualtexte suchen, die wirklich greifen und die in der unübersichtlich großen esoterischen Szene nicht ausschließlich allein unterwegs sein möchten.
Je nach Bedürfnis kann man sich in der FOI locker als Solitary Member vernetzen oder engmaschiger, indem man sich einem Zentrum anschließt und ggf. einen Einweihungsweg für sich wählt.
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Neuheidentum und NS

Auch ohne einen direkten aktuellen Anlass muss über das Thema „Neuheidentum und Nationalsozialismus“ mindestens einmal auf dieser Seite gesprochen werden, denn es gibt selbst bei den Aufgeschlossenen und Unvoreingenommenen so manche Mutmaßungen dazu.

Ich beziehe mich im Folgenden auf das profunde Buch des britischen Historikers, Religionswissenschaftlers und früheren Direktors des Exeter Centre for the Study of  Esotericism
Nicholas Goodrick-Clarke: Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus.
In Großbritannien ist das Buch schon 1985 erschienen, aber erst seit 1997 ist es auch auf Deutsch erhältlich!

Nationalsozialismus und Neuheidentum

Die nationalsozialistische Bewegung hat sich in ihrem Erscheinungsbild und ihren Reden kräftig bei der germanischen Mythologie und den Runen bedient, das weiß jeder. Hitler selbst hatte in seinen frühen Jahren Kontakte zu esoterischen Gruppen, das ist ebenfalls ziemlich bekannt. Er unterhielt diese Kontakte aber ausschließlich in seinen frühen Jahren, später nicht mehr, er war ein Machtmensch, kein Mystiker oder Magier. Der Geistliche, Publizist, Ariosoph und Hochstapler Jörg Lanz (genannt „von Liebenfels“) inszenierte sich von den 1920er Jahren an bis weit in die Nachkriegszeit als Ideengeber und Wegbereiter Hitlers, was aber von der neueren Forschung (Joachim Fest u.a.) eher skeptisch beurteilt wird. Lans` Karriere im Nationalsozialismus war außerdem 1941 schon beendet, er erhielt Publikationsverbot.

Derjenige in der NS-Führungsriege, der magischem und esoterischem Gedankengut am stärksten zuneigte, war Himmler. Er selbst verfügte aber über keine spirituelle Grundbildung, er hielt sich dafür einen privaten „Magus“, Karl Maria Wiligut alias Weisthor. Doch auch dessen Karriere im Rasse- und Siedlungshauptamt und sein Einfluss auf die Bewegung blieben begrenzt, weil er 1939 aus der SS austreten musste, als sein Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt (1924-1927) sowie sein Alkohol- und Medikamentenmissbrauch bekannt wurden. Die Rituale, die bei der SS zelebriert wurden, hatte im Wesentlichen er gestaltet. Nach dem, was wir über die Ritualpraxis der SS wissen, war und blieb sie aber in magischer Hinsicht dürftig.

Zusammenfassend kann man sagen, dass nach der Machtergreifung auch die naturreligiösen, völkisch-okkultistischen, nordisch-religiösen, etc. Gruppen ausgeschaltet wurden. Ihre führenden Mitglieder wurden kaltgestellt, Repressalien ausgesetzt, eingesperrt, verleumdet, sofern sie nicht in die NSDAP eintraten. Und die, die eingetreten sind, brachten es in der Partei nicht zu nennenswertem Einfluss.

Die Mitglieder all dieser Gruppen sind nicht durch aktiven Widerstand hervorgetreten, sie nahmen aber auch keine besondere Unterstützerrolle im Nationalsozialismus ein. Sie  verhielten sich genauso wie die Mitglieder vieler anderer Gruppen auch: sie versuchten unauffällig zu bleiben.

In den Anfangsjahren der Bundesrepublik hat seitens Splittergruppen mit nationalsozialistischem Weltbild nochmal Bemühungen gegeben, sich mit kleinen völkisch-paganen Gruppen zusammenzutun. Es ist nichts von historischer Relevanz daraus entstanden, die Zeit ist darüber hinweggegangen. Und für die Rechtsextremisten in ihren heutigen Erscheinungs- und Organisationsformen ist der aller größte Teil der neuheidnische Szene nicht brauchbar, sie denkt nämlich eher basisdemokratisch und ökologisch, sie bevorzugt, wenn es um Organisationen geht, äußerst flache Hierarchien.

Siehe auch ausführlich bei wikipedia:
Lanz von Liebenfels:
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Lanz_von_Liebenfels

und Karl Maria Wiligut:
https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Maria_Wiligut

die Jahreskreisfeste

Die Feste im Kreis des Jahres

Schon immer waren das Wetter im Allgemeinen, die Jahreszeiten im Besonderen und damit der Stand der Gestirne von ausschlaggebender Bedeutung für den Anbau und die Gewinnung von Nahrung, wie auch für viele andere Vorhaben. Die Menschen haben daher die Bewegung von Sonne, Mond und Sternen seit Urzeiten genau beobachtet. Hier sei als ein Beispiel aus der Region auf das rund 7000 Jahre alte Sonnenobservatorium von Goseck in Sachsen-Anhalt hingewiesen, wo sich heute wieder Menschen versammeln, um die Sommer- bzw. Wintersonnenwende zu erleben.

Es ist anzunehmen, dass mit besonderen Himmelskonstellationen seit den ältesten Zeiten auch Rituale und Feste verknüpft wurden. Das Bedürfnis, das Leben der Gemeinschaft und manchmal auch des Einzelnen durch rituelle Feiern mit den himmlischen Konstellationen in Verbindung zu bringen und dadurch einen bedeutungsvollen Bezug herzustellen, ist in allen Kulturen erkennbar.

Trotz aller Veränderung unserer Lebensumstände seit der Keltenzeit ist und bleibt die tägliche Dauer des natürlichen Lichts ein wesentlicher Faktor für unser Befinden. Daher haben manche der vorchristlichen Bräuche auf der nördlichen Halbkugel insbesondere in Skandinavien, im Baltikum und in Irland bis in unsere Zeit überlebt (Winteraustreiben, Oster- und Sonnenwendfeuer, Halloween etc.). Die neuheidnische Bewegung hat sich, als sie sich auf die alten Feste besann, besonders auf die keltischen Traditionen Irlands bezogen. Es war naheliegend, auch die Verehrung der Göttin wieder mit den Etappen des Jahreskreises zu verbinden. Ganz praktisch bieten die 8 Feste im Abstand von jeweils rund 6 Wochen einen geeigneten Jahresrhythmus, um mit Gleichgesinnten zusammenzukommen. In vielen Zentren der Fellowship of Isis werden zu den (keltischen) Jahreskreisfesten Rituale gefeiert – die allerdings durchaus nicht aus dem keltischen Kulturkreis stammen müssen.

Neben den Jahreskreisfesten sind Vollmond und Neumond ebenfalls beliebte Anlässe für regelmäßige Rituale und Zusammenkünfte. Neumond ist immer ein günstiger Zeitpunkt, wenn es darum geht, etwas Neues auf die Schiene zu setzen, etwas ins Rollen zu bringen. Vollmond dagegen eignet sich zum Innehalten, zum Betrachten dessen, was erreicht wurde und zum Nachdenken über die Konsequenzen.

Der keltische Jahreskreis und seine Feste

Jahreskreisfeste
der keltische Jahreskreis

Der keltische Jahreskreis beginnt traditionell im Spätherbst mit dem Hochfest Samhain. Samhain: 31. Okt./1. Nov., ist  auch als Allerheiligen und Halloween bekannt. Es liegt auf halbem Wege zwischen der Tagundnachtgleiche des Herbstes und der Wintersonnenwende. Die winterliche Jahreshälfte beginnt, die Dunkelheit nimmt zu. Es ist Zeit zur Ruhe zu kommen, in die Dunkelheit einzutauchen, der Toten zu gedenken und Bilanz zu ziehen. Es ist Zeit Dinge ruhen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass sie sich entfalten werden.

Seit dieses Fest von der Unterhaltungsindustrie entdeckt wurde, ist sein eigentlicher Charakter als Toten- und Ahnenfest nicht mehr so einfach zu erkennen.

Yul: 21. Dezember, Wintersonnenwende, der kürzeste Tag und dementsprechend die längste Nacht des Jahres; die Sonne hat ihren tiefsten Stand erreicht. Die Wiedergeburt des Lichts, des Sonnengotts, hoffen auf mehr Licht und Wärme.
Nach der babylonischen Tradition wird jetzt der Ziegenfisch (Steinbock) den Schutz der schwachen Sonne übernehmen und sie sicher in Richtung der Frühjahrstagundnachtgleiche geleiten.

Imbolc: 2. Februar, auch als Lichtmess bekannt. Imbolc liegt auf halbem Wege zwischen der Wintersonnenwende und der Tagundnachtgleiche des Frühjahrs; die Tage werden sichtbar länger, der Frühling rückt näher. Zu dieser Zeit wurde traditionell der Kerzenvorrat des Jahres gesegnet und das Herdfeuer neu entfacht. Das Fest ist eng verbunden mit der keltischen Göttin Brighid, der das Herdfeuer heilig ist unddie später als die katholische St. Brigid verehrt wurde.

Ostara: 21. März, Tagundnachtgleiche (Equinoxien) des Frühjahrs. Ein eher etwas blasses Fest, wenn auch die vom Hasen gelegten Ostereier auf viiiiiel Fruchtbarkeit hinweisen. Es ist nach der Frühlingsgöttin Ostara benannt, zu der aber keine besonderen Mythen überliefert sind.
Weil Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit z. Zt. der Equinoxien sich im Gleichgewicht befinden, ist dies ein beliebter Termin für  Weihen, Ordinationen und ähnliche Ereignisse von bleibender Bedeutung. So wurde z. B. die FOI an den Frühjahrsequinoxien 1976 gegründet.

Beltane: 30. April/ 1. Mai, Hochfest auf halbem Wege zwischen der Tagundnachtgleiche des Frühjahrs und der Sommersonnenwende; es liegt im Kreis des Jahres Samhain gegenüber. Die sommerliche Jahreshälfte beginnt, die Sonne hat jetzt viel Kraft. Aufbruch, Aktivität, Spaß und Optimismus, Sex und Fruchtbarkeit liegen in der Luft.
Die Nacht vor dem 1. Mai ist auch als ´Walpurgisnacht` bekannt; Goethe hat den alten, christlich geprägten Volksglauben, dass sich die Hexen in jener Nacht mit dem Teufel auf dem Brocken treffen, vor dem Vergessen bewahrt.

Litha: 21. Juni, Mittsommer, längster Tag und dementsprechend kürzeste Nacht des Jahres, die Sonne erreicht ihren höchsten Stand. Sommer, Optimismus und Aktivität, Genuss und Freude, Hoffen auf eine gute Ernte prägen den Charakter dieses Festes.

Lughnasad, Lammas: 1. August, die Sonne ist jetzt auf halbem Weg zwischen der Sommersonnenwende und den Herbstequinoxien. Lammas ist der (leichter auszusprechende) anglisierte Name des Festes, keltisch Gälisch heißt auf  Lughnasad, unschwer zu erkennen ist,  dass der Name des keltischen Sonnengotts, Lugh, darin vorkommt.

Es ist das erste Erntefest des Jahres, der Übergang zum Herbst beginnt, die Tage sind noch warm, aber sie werden schon sichtbar kürzer. Dankbarkeit für die erste Ernte, Hoffnung auf mehr, Freude am Sommer…, doch ein bisschen Melancholie und Abschied schwingen schon mit.

Mabon: 21. September, Tagundnachtgleiche des Herbstes. Es ist das eigentliche Erntefest, Dankbarkeit und Freude über das Erreichte prägen es.
Es ist ebenso wie die Frühjahrs-Equinoxien ein beliebter Termin für Weihen, Ordinationen und ähnliche Vorhaben.

Und wieder Samhain, der Kreis eines neuen Jahres beginnt.