Manifest

Die gemeinsame Plattform aller in der Fellowship of Isis ist das sog. Manifest, das 1976 verfasst wurde. Ansonsten kann die spirituelle Ausrichtung der einzelnen Mitglieder ziemlich unterschiedlich sein. Das Manifest betont die Gleichstellung aller und die Gewissensfreiheit des einzelnen, Gelübde und Verpflichtungen zur Geheimhaltung werden ausdrücklich abgelehnt. Neben den Kardinaltugenden Liebe, Schönheit und Wahrheit betont das Manifest die Achtung vor allen Lebewesen und den Schutz von Natur  und Umwelt. Oberstes Ziel der  Fellowship ist die Besinnung auf das Divine Feminine.

 

Fellowship Schriftzug
Aset Shemsu, altägyptisch: das Gefolge der Isis

                       

                            Der Text des Manifests der Fellowship of Isis

Eine wachsende Zahl von Menschen entdeckt wieder ihre Liebe zur Göttin. Zu Anfang mag diese Liebe nicht mehr sein als eine innere Empfindung. Aber bald beginnt sie zu wachsen; aus ihr wird das Verlangen, der Göttin aktiv bei der Verwirklichung Ihres göttlichen Plans zu helfen. Daher erhalten wir solche Anfragen: „wie kann ich in die Mysterien der Göttin eingeweiht werden? wie kann ich eine engere Verbindung mit ihr erfahren? wo sind ihre nächst gelegenen Tempel und ihre Gläubigen? wie kann ich mich der Priesterschaft der Göttin anschließen?“ und viele andere derartige Fragen.

Die Fellowship of Isis wurde als Reaktion auf solche Anfragen gegründet. Die Mitgliedschaft bietet Möglichkeiten, die engere Verbindung  zwischen der Göttin und dem einzelnen Mitglied, sowohl für sich allein wie auch als Teil einer größeren Gruppe, zu fördern. Es sind Hunderte von Iseen entstanden und  Tausende Menschen in der ganzen Welt beigetreten, seit die Fellowship 1976 von Lawrence, Pamela und Olivia Durdin-Robertson gegründet wurde. Liebe, Schönheit und Wahrheit finden ihren Ausdruck durch eine multi-religiöse, multi-kulturelle und multi-ethnische Gemeinschaft. Das Gute in allen Glaubensrichtungen wird geehrt. Die Fellowship of Isis unterhält keine speziellen Anbindungen.

Die Fellowship ist auf demokratischer Grundlage organisiert. Alle Mitglieder genießen die gleichen Rechte, sei es als Einzelpersonen oder als Angehörige eines Iseums oder Lyzeums. Das Manifest gilt ebenso für die Tochtervereinigungen: das Kollegium der Isis, die Spirale der Adepten, die Spirale der Alchemie, den Noble Order of Tara und den Druid Clan of Dana.

Die Fellowship achtet die Gewissensfreiheit jedes Mitglieds. Es werden keine Gelübde oder Geheimhaltungsverpflichtungen verlangt. Alle Tätigkeiten in der Fellowship sind freiwillig, Mitglieder können ohne Begründung davon zurücktreten. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Die Fellowship begegnet allen Erscheinungsformen des Lebens mit Ehrfurcht. Auch der Gott wird verehrt. Die Riten schließen jegliche Form von Opferhandlungen aus, sowohl reale als auch symbolische. Die Natur wird geehrt und bewahrt. Die Arbeit des Noble Order of Tara ist der Bewahrung der Natur gewidmet.

Die Fellowship akzeptiert es, in religiöser Hinsicht toleriert zu werden, sie beansprucht keine Ausschließlichkeit. Den Mitgliedern ist es freigestellt, andere religiöse Bindungen zu unterhalten. Die Mitgliedschaft steht allen Menschen jeder Religion, Tradition und Herkunft offen. Kinder sind bei Einverständnis ihrer Eltern willkommen, sie werden  als „Kinder der Isis“ geführt. In die „Tierfamilie der Isis“ können die Haustiere der Mitglieder durch die einzelnen Zentren aufgenommen werden.

Die Fellowship tritt für die Verbreitung von Liebe, Schönheit und Fülle ein. Zur Askese wird nicht ermutigt. Die Fellowship ist bestrebt, Freundlichkeit, übersinnliche Begabungen, Freude und Mitgefühl für alles, was lebt, zu fördern. Der ´Druid Clan of Dana` pflegt die  naturgegebenen übersinnlichen Gaben.

Das College of Isis wurde nach 1.500 Jahren der Unterdrückung wieder zum Leben erweckt. Wie ´Aset Schemsu`*  war die FOI selbst immer auf den inneren Ebenen lebendig. Von diesen inneren Ebenen ist ihre Wiederkehr angeregt worden. Magiergrade können durch die Lyzeen des Kollegiums verliehen werden. Es werden Korrespondenzkurse angeboten. Es gibt keine Gelübde und keine Geheimhaltung.

Die Iseen sind die tatsächlichen Herdfeuer der Göttin oder der Göttin und des Gottes, denen sie geweiht sind. Sie werden zusammen mit den Lyzeen registriert. Die Tara-Priorate und Dana-Haine werden ebenfalls regelmäßig erfasst. All diese Zentren sind den Mitgliedern der FOI vorbehalten.

Alle Mitglieder sind gleichberechtigt und niemandem untergeordnet. Alle arbeiten mit der Göttin – oder der Göttin und dem Gott – ihres eigenen Glaubens. Jedes Wesen, ob Mensch, Tier, Vogel, Baum oder Elementewesen, ist ein ewiger Spross der Heiligen Familie der göttlichen Mutter.

Übersetzung: Gisela Kranz

Anm. der Übersetzerin:
*
Aset Shemsu: altägyptisch, das Gefolge der Isis

Diese Übersetzung bezieht sich auf den Text auf Fellowship of Isis Homepage Archive
Einen Überblick über die verschiedenen Versionen des Manifests gibt die   Fellowship of Isis Central Website
Denn es wurde im Laufe der Jahre immer mal wieder kleinere Änderungen vorgenommen und es gibt auch Abweichungen zwischen den beiden Schwerpunkten der FOI in Irland und USA.

 

 

Isis-Kult in der Antike

Die FOI knüpft mit der Neugründung von Iseen an die antike Tradition aus der hellenistischen Zeit an. Mit der Verbreitung des Isis-Kults im ganzen Römischen Reich wurde Isis vielerorts in privaten Räumen verehrt, und dort, wo viele Anhänger lebten, entstanden eigene Isis-Tempel.
Mehr als  60 Heiligtümer sind außerhalb Ägyptens nachgewiesen, an weiteren rund 200 Orten (außerhalb Ägyptens) werden Heiligtümer vermutet bzw. wurden Funde gemacht, die auf den Isis-Kult hinweisen.

Siehe dazu Katalog zur Ausstellung ´Imperium der Götter` S. 92/93, herausgegeben vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe, 2013

Der Spiegel berichtete 2012 über den antiken Isis-Kult: http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-84408268.html

Bei Wikipedia unter Isistempel sind 16 der bekanntesten Iseen aus der Antike aufgelistet.

das Iseum in Pompeji siehe: http://imperiumromanum.com/geografie/staedte/pompeii_tempelanlagen_04.htm

Iseum Campense in Rom siehe:
https://blog-aus-rom.com/2015/02/08/iseum/

In Mainz kann man die Ausgrabung des Isis-und-Magna- Mater – Heiligtums  unterhalb einer Einkaufspassage besichtigen:
http://www.isis-mainz.de/

Ein Weihestein für Isis wurde in Köln in der St. Gereon-Kirche entdeckt:  http://www.stgereon.de/ovalbau.html

Orte der Göttin

EINIGE ORTE der GÖTTIN, virtuelle und reale, außerhalb der FOI

Die FOI stellt eine von mehreren Bewegungen innerhalb des Spektrums der Göttinnen-Spiritualität dar. Hier seien einige andere genannt, die im deutschsprachigen Raum relevant sind.

Eine ungeheuer umfangreiche, übersichtliche  und schön gestaltete Website für die alten Göttinnen aller Kontinente: http://inanna.virtualave.net/menu.html#a
Shrine of the Forgotten Goddesses

SOAS, University of London, Department of the Languages and Cultures of the Near and Middle East:
Dieses Projekt bringt eine größere Zahl babylonischer Texte, darunter auch Teile aus Ishtars Abstieg in die Unterwelt,  in der akkadischen Originalsprache zu Gehör.
Nebenher kann man die Text auf Akkadisch mitlesen (wenn man es denn kann!) und auch in der englischen Übertragung.
http://www.soas.ac.uk/baplar/recordings/

und hier einige Seiten von realen Orten, wo am Thema Göttinnen-Spiritualität gearbeitet wird.

http://www.alma-mater-akademie.de/startseite.html
feministisch-matriarchale Akademie für Kultur – Ethik – Religion – Spiritualität

http://www.artedea.net/
Altes Wissen – neue Frauenkraft
sehr informative Seite von Andrea Dechant, Journalistin, Trainerin, Coach und Malerin

www.goettinnenkonferenz.at
Seite der internationalen Göttinnenkonferenz(en) in Wien

www.hagia.de
Internationale Akademie für moderne Matriarchatsforschung und matriarchale Spiritualität

https://www.meliora.de/
das Netzwerk der Göttin – Vernetzungsportal

https://www.polythea.com/
Akademie für weibliche Spiritualität und postpatriarchale Visionen

http://reclaiming.de/
ein Netzwek von Menschen, die ihre erdbasierte Spiritualität mit politischer Verantwortung verbinden…

www.selene-institut.de
Institut für Rituale,  von Dr. Donate Pahnke MacIntosh