FOI Online Symposium

Internationales Symposion der FOIZum Fellowship of Isis International Symposiun, das am 1. Mai dieses Jahres stattfand, gibt es ein Online Magazin, in dem die einzelnen Beiträge nachgelesen werden können. – Es lohnt, sich dafür ein bisschen Zeit zu nehmen!

Außerdem zeigt das Magazin  eine ganze Reihe von  Olivias Bildern und ist überhaupt schön gestaltet, so dass schon das Blättern Freude macht.

Es enthält Beiträge von 12 FOI-Autorinnen und –Autoren aus verschiedenen Ländern. So gibt Caroline Wise auf der Grundlage ihrer Jahrzehnte langen Arbeit und Erfahrung einen Überblick über Olivias liturgisches Werk; sie zeichnet nach, wie sich Themen und Stil im Laufe der Jahre bei Olivia entwickelt und verändert haben. Eine seltene Gelegenheit auf die umfangreiche Liturgie mal von der Metaebene zu sehen.

Ein anderes selten Thema ist die Verortung der FOI-Rituale im Cosmic Web, auf dem achtstrahligen Stern von  Ishtar und Inanna. Jeder, der mit der Liturgie arbeitet, kennt zwar die Tabellen und die Grafik dazu, doch wenn es um Erklärungen geht, wird es ziemlich still. Dies Magazin enthält gleich 2 erhellende Interpretationen, aus der Sicht von Caitlin Matthews und von Michael Starsheen.
zum Magazin

 

alternative Spiritualität

Im Nachgang der Konferenz der PFI Deutschland haben wir die folgenden Informationen zusammengestellt:

Alternative Spiritualität in der Gesellschaft (Forts.)
Die einen sprechen im Hinblick auf Deutschland (seit den 70er Jahren) vom ´Ende der Religion`, die anderen (seit den 90ern) von einer ´Wiederkehr der Religion`. Noch nie war die Zahl der Menschen, die einen Glauben für überflüssig halten, in Deutschland so groß wie heute und noch nie war Religion in Deutschland in so vielen Facetten sichtbar wie heute.  Neben den beiden christlichen Konfessionen gehört wieder ein lebendiges Judentum zu Deutschland, der Islam ist dazugekommen, außerdem viele kleinere Gemeinschaften und Bewegungen, darunter auch die, die als ´Esoterik` und/oder ´alternative Spiritualität` und ´Neue Religionen` zugeordnet werden.

Anders als in früheren Zeiten übernimmt der Einzelne heute in den westlichen Gesellschaften nicht mehr fraglos eine „ererbte“ Religion bzw. ist häufig  ohne Religion aufgewachsen; insbesondere wenn er/sie in Deutschland groß geworden ist. Die individuelle Sinnsuche, die zögerliche, vage oder auch entschiedene (Nicht-)Verortung innerhalb der Vielfalt der möglichen Überzeugungen ist zum Normalfall geworden, sie gilt heute als Teil der persönlichen Identitätsfindung. Übergänge von einer sinnstiftenden Überzeugung zu einer anderen können im Laufe des Lebens vorkommen, auch mehrfach.

Dies ist möglich, weil das allgemeine Bildungsniveau seit den 70er Jahren erheblich gestiegen ist, weil Kenntnisse über alte und neue religiöser Traditionen und Praktiken weltweit, sowie über andere Sinnangebote in einem nie dagewesenen Maße abrufbar wurden, das gilt ebenso für wissenschaftliche Erkenntnisse Das Bewusstsein für religiöse Pluralität hat zugenommen, der Staat verhält sich mehr oder weniger neutral und die Menschen lassen sich nicht mehr von Kirche oder Partei vorschreiben, wie sie zu leben haben.

Wie kam die alternative Spiritualität in die Gesellschaft?
Neue Religiöse Bewegungen, zunächst unter dem Sammelbegriff „New Age“-Bewegung zusammengefasst (z. T. auch als „Jugendkulte“ bezeichnet, als „Psychosekten“ verdächtig gemacht), entstehen in den 60er Jahren vor allem in den USA, sie erreichen Anfang der 70er Jahre Großbritannien und in der 2. Hälfte der 70er  die Bundesrepublik Deutschland.
Inhaltlich geht es diesen Bewegungen vor allem um Lehren und Praktiken aus Fernost, um  naturreligiöse Vorstellungen aus vielen indigenen Kulturen, um Lehren der europäischen esoterischen Tradition sowie um moderne  physio- und psychotherapeutische Praktiken. Die Bewegung wird von sehr vielen einzelnen kleinen, oft nicht allzu festen Gruppierungen und Organisationen getragen, die  teils in Netzwerken (also hierarchiefrei) zusammenarbeiten, teils jede Form übergreifender Organisation ablehnen.

Bei aller Vielfalt und Unübersichtlichkeit zeichnen sich die Neuen Religiösen Bewegungen  durch zwei Merkmale aus: ihre Lehren und Praktiken sind synkretistisch und das Subjekt steht im Mittelpunkt; die Bewusstseinsentwicklung des Einzelnen ist ihr Ziel.
Sie treten weniger durch fassbare Strukturen in Erscheinung, Organisation und Hierarchie lehnen sie eher ab. Sie manifestieren sich in der Gesellschaft vielmehr durch ihre besonderen Wissens- und Erfahrungs- und Praxisformen.
Und diese Formen tauchen dann in den 80er Jahren unter Sammelbegriffen wie „Esoterik“ und „Spiritualität“ nicht mehr ausschließlich in subkulturellen Zirkeln auf, sondern dringen in die Mitte der Gesellschaft vor. Themen wie Alternative Medizin, Akupunktur, Yoga, Meditation, Astrologie sowie auch esoterische Ratgeberbücher beginnen gesellschaftsfähig zu werden. Der Gegensatz zum herkömmlichen christlichen Weltbild ist dabei kaum zu übersehen, wird aber wenig diskutiert. Manche der neuen Themen finden breite Akzeptanz in bestimmten Berufsgruppen und werden heute nur noch bedingt als „alternativ“ wahrgenommen.

Es handelt sich (etwa seit den 90ern) „um ein verbreitetes, aber lange Zeit institutionell nicht beglaubigtes Wissen, das von den offiziell anerkannten Systemen der Wissensvermittlung gemieden wird (oder wurde)“ **.
Ebenso werden die alternativen Religionen und die alternative Spiritualität bis heute immer noch teilweise von der Religionswissenschaft gemieden und von den etablierten Religionsgemeinschaften erst recht. Es sind vor allem die fluiden Organisationsformen und die „weichen“ Inhalte, die es diesen traditionell eher am Schriftenvergleich ausgerichteten Institutionen schwer machen, ein Phänomen zu fassen, das sich besser in soziologischen Kategorien fassen lässt. – Eine staatliche Anerkennung ist angesichts des geringen Organisationsgrads in der alternativ spirituellen „esoterischen“ Szene nach geltendem deutschem Recht nicht möglich.

Der skizzierte Weg der alternativen Spiritualität aus der Subkultur hinein in den gesellschaftlichen Mainstream geht mit einer erheblichen Kommerzialisierung einher, zum einen durch die o.g. Akzeptanz in bestimmten ohnehin praktizierenden  Berufsgruppen, zum anderen, weil immer mehr Anbieter alternativ-spiritueller Lehren als selbstständige Unternehmer auf den Markt kommen. Sinn- und Heilungsangebote werden nun auch mit Hinblick auf eine breite Nachfrage gestaltet; eine gewisse Professionalisierung setzt ein. In der lockeren, alltagstauglichen Form der „Publikums- oder Klientenkultur“ werden heute  geschätzte 2 bis 3 Millionen Anhänger/innen* der alternativ spirituellen bzw. „esoterischen“ Szene zugerechnet. Ganzheitliche Zugehörigkeit mit entsprechende konsequenter  Lebensweise wird  jedoch weiterhin von Engagierten in Gruppen und Vereinen oder auch allein praktiziert und gibt ihre Impulse in die Weite der alternativ-spirituellen Szene.
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* siehe dazu in der Untersuchung des REMID-Instituts unter  „Religionspluralismus“:  http://remid.de/info_zahlen_grafik/
** zitiert nach Knoblauch in: Fluide Religion, S. 154

Die Fellowship of Isis unschwer in dieser kurzen Skizze zu verorten: Sie wurde 1976 in Irland gegründet, zu einer Zeit also, als die „New Age Bewegung“ gerade im Entstehen begriffen war. Und obwohl die FOI mit den 3 Gründern charismatische Führungspersönlichkeiten hatte, entspricht ihre innere Organisation eher einem Netzwerk  als einer hierarchischen Struktur und sie lehnt jede Bindung nach außen, mit anderen Organisationen ab, stellt aber ihren Mitgliedern frei, solche Bindungen einzugehen.  Die FOI ist inhaltlich dezidiert synkretistisch, ihre Quellen liegen zum einen im Order of The Golden Dawn, der ein Hort der europäischen hermetischen Tradition war, zum anderen in den Überlieferungen alter Völker, insbesondere der Kelten in Britannien, bzw. in dem Wissen, das durch die Ägyptologie wieder zugänglich wurde. Die Praktiken der FOI dienen der Bewusstseinsentwicklung des Einzelnen.
Nur von der Kommerzialisierung ihrer Praktiken distanziert sich die FOI ausdrücklich. Der Weg der Göttin, wie die FOI ihn versteht, ist auf ganzheitliche Annahme ausgerichtet, kurzfristige Kundenbindungen passen nicht dazu. Der ganzheitliche Anspruch zusammen mit den Prinzipien der absoluten Freiwilligkeit und des No Budget sind bestimmend für die Stellung, die die FOI in der Gesellschaft einzunehmen vermag – und sie machen den besonderen Charme der FOI aus.
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Literatur:
Hubert Knoblauch: Populäre Religion. Auf dem Weg in eine spirituelle Gesellschaft, 2009

Dorothea Lüddeckens und Rafael Walthert (Hg.): Fluide Religion. Neue Religiöse Bewegungen im Wandel, Theoretische und empirische Systematisierungen, 2010

Thomas Großbölting: Der verlorene Himmel. Glaube in Deutschland seit 1945, 2013

Detlef Pollack, Gergely Rosta: Religion in der Moderne. Ein internationaler Vergleich, 2015

Lesetipps

Bücherwand

BELLETRISTIK, nur eine winzige Auswahl

Apuleius, Lucius: Metamorphosen – Der goldene Esel, darin insbesondere das 11. Buch
Roman aus dem 2. Jahrhundert u.Z.; im 11. Buch schildert Lucius, wie er erst von einem Zauber erlöst und dann Isis-Priester wird.
Aus diesem Buch wird sehr gern zitiert in der FOI.

Cameron, W. Bruce: A Dog´s Purpose. A Novel for Humans, 2011
Ein liebenswerter Roman über Lebensaufgaben und Reinkarnation, am Beispiel der Hauptperson, eines Hundes

Fortune, Dion: Die Seepriesterin (Roman)
dies.: Mondmagie (Roman)
dies.: The Secrets of Dr. Taverner (Kurzgeschichten)
lehrreich ohne zu belehren; farbige, spannende Einweihungsromane bzw. Kurzgeschichten. Denn nicht nur die Sachbücher sondern auch die Romane von Dion Fortune sind äußerst lesenswert.

Hesse, Hermann: Siddharhta
Ein Klassiker mit viel Stoff zum Nachdenken und Finden des eigenen Verhältnisses zu Religion, Gurus, den eigenen Weg gehen…

Szepes, Maria: Der rote Löwe, 1992
Aufstieg einer Seele durch mehrere Inkarnationen; ebenso gut aber leider nicht so bekannt wie die Werke von D. Fortune. Die Manuskripte von M. Szepes konnten in Ungarn vor der Wende nur heimlich von Hand zu Hand weitergegeben werden.

und viele  SACHBÜCHER, dennoch nur eine kleine Auswahl 

Ardinger, Barbara: Meditieren mit der Göttin, 2000
Viele Meditationen, zu Themen mitten aus dem Leben

Ascher, Ulrike: Magie der Elemente, 5 Bände: Erde, Feuer, Wasser, Luft, Spirit
5 ausführliche Bände, zwischen 2006 und 2010 erschienen

Banzhaf, Hajo: Zwischen Himmel und Erde, 2009;
darin insbesondere:
Das Geheimnis der Hohenpriesterin – Eine Reise durch die Jahrtausende vom Matriarchat bis zur Rückkehr der Göttin, S.19 – 55
Die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins im Laufe der Weltzeitalter oder Der wassermännische Sprung in die 4. Dimension, S. 56 – 103
Prägnante Darstellungen vor dem Hintergrund profunden Wissen aus Esoterik und Geschichte

Campbell, Joseph: Die Kraft der Mythen, 1994
Alle Bücher von Cambell, dem wir bedeutende Denkanstöße zur Mythenforschung verdanken, sind lesenswert; die Bedeutung und Funktion der Mythen ist im Hinblick auf die Rituale der FOI ganz besonders interessant

De Traci Regula: The Mysteries of Isis – Her Worship and Magick, 1995
Wie moderner Isiskult praktiziert wird

Diamond, Jared: Vermächtnis. Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können, 2012 Querdenken zur Vielfalt der Kulturen und unserem modernen Selbstverständnis

Durdin-Robertson, Lawrence, Mitbegründer der FOI, seine Schriften siehe:
https://sites.google.com/site/fellowshipofisiscentral/fellowship-of-isis—the-writing-of-lawrence-durdin-robertson
insbesondere: The Religion of the Goddess:
http://www.fellowshipofisis.com/religionofgoddess.html

Ehmer, Manfred: Magie im Abendland – Ein kulturgeschichtlicher Abriss, 2010
Sehr kenntnisreiche Ausführungen aus dezidiert esoterischer Perspektive

Farrar, Janet and Stewart: The Witches´ God, 1989
hier geht es nicht um die Göttin sondern um den Gott; die Farrars sind anerkannte Experten in Fragen des Paganismus

FOI (Hg.): Texte zu Isis mit den 10.000 Namen, vom Altertum bis heute:
https://sites.google.com/site/fellowshipofisiscentral/an-index-to-this-website
dort auf „Isis of Ten Thousand Names“ gehen

Forrest, Isidora M.: Isis Magic – Cultivating a Relationship with the Goddess of 10.000 Names, 2001
dies.: Offering to Isis. Knowing the Goddess through Her Sacred Symbols, 2005
Wie moderner Isiskult praktiziert werden kann.

Fortune, Dion: Die mystische Kabbala. Ein praktisches System der spirituellen Entfaltung, 2004
dies.: Die kosmische Doktrin, 2005

dies. und Gareth Knight: Dion Fortune´s Rites of Isis and Pan, 2013
(hier sind Ausgaben, die im Handel erhältlich sind aufgeführt, daher die „späten“ Jahreszahlen)
Kurz gesagt, alles von Dion Fortune ist lesenswert!

Gabriel, Vicky und Anderson, William: Wege zu den alten Göttern, 2002
Wie moderner Paganismus praktiziert wird

Gimbutas, Marija: Göttinnen und Götter im alten Europa, 2010
Auch andere Bücher der bedeutenden Prähistorikerin und Anthropologin sind sehr zu empfehlen

Horn, Klaus P.: Die Erleuchtungsfalle – vom Sinn und Unsinn spiritueller Suche, 1997
Anregungen zum Querdenken

Imperium der Götter. Isis – Mithras – Christus. Kulte und Religionen im Römischen Reich, Begleitband zur Ausstellung, Hg.: Badisches Landesmuseum Karlsruhe, 2013Wissenschaftliche Darstellung des Isiskults u.a. im Römischen Reich

Isis of  Ten Thousand Names
Isis-Texte vom Altertum bis zur Gegenwart
https://sites.google.com/site/fellowshipofisiscentral/isis-of-ten-thousand-names

Jones, Kathy: Avalon. Der Pfad der Göttin. Alte Mysterien und moderne Wege, 2012
Wie moderner Göttinnen-Kult praktiziert wird

Mantra – Sounds into Silence
ein Dokumentarfilm über Musik, Meditation und Chanting. Als DVD erhältich.

Matthews, Caitlin: Sophia, Göttin der Weisheit, 1993
dies. und John Matthews: Walkers between the Worlds, 2003
und die vielen weiteren Bücher der Autoren sind ebenso lohnend

Monaghan, Patricia: The Goddess Path – Myths, Invocations and Rituals, 2002
Meditationen und kurze Rituale
dies: Lexikon der Göttinnen, 1997

Nachrichten aus der deutschen und internationalen Archäologie bei
Archäologie online: http://www.archaeologie-online.de/

Pogagnik, Marco: Elementarwesen – Begegnungen mit der Erdseele, 2007
ebenso lesenswert aber manchmal schwieriger zu verstehen sind andere Bücher des bedeutenden Geomanten

Robertson,Olivia: Isis of Fellowship. How the Fellowship of Isis was Founded
Olivia Robertsons persönlicher Bericht über Vorgeschichte und Gründung der FOI
dies.: The Call of Isis
Olivia Robertsons spirituelle Autobiografie
beide Bücher sind zu beziehen über:
http://www.fellowshipofisis.com/bookstore.html 

Olivia, Priestess of Isis, filmed and edited by Dennis Murphy  (DVD) http://www.fellowshipofisis.com/dvd.html

Der Spiegel berichtet in seiner Titelgeschichte 2/2012 über den historischen Isis-Kult:
http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-84408268.html

Magazin des Internationalen Symposiums der FOI, 2018
https://issuu.com/espiralmorado/docs/foi_magazine

Tate, Karen : Walking an Ancient Path, 2008
Wie moderne Göttinnen-Spiritualität praktiziert wird
dies.: Goddess 2.0, Advancing a New Path Forward,
2016
eine Anthologie

Tolle, Eckhart: Eine neue Erde, Bewusstseinssprung anstelle von Selbstzerstörung, 2005
Ein Muss!

Zingsem, Vera: Göttinnen großer Kulturen, 2010
gute Einführung ins Göttinnen-Thema